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Trophäenjagd und Schutzprogramme unter Aufsicht der Dorfgemeinschaften in den nördlichen Gebieten Pakistans.

Jäger der Dorfgemeinschaft vor Aufbruch zur SteinbockjagdPakistan ist die Heimat einer Vielzahl von wilden Caprinae ( Schafen und Ziegen ) und nimmt auch gleichzeitig eine Schlüsselstellung in der Beschützung der Caprinae ein. Sieben Arten mit zwölf Unterarten sind hier vorhanden einschließlich des Himalaja Goral, des Blauschafes, ( Pseudois nayaur nayaur ) der Sindh- Wildziege, Chiltan - Wildziege, Asiatischem oder Himalaja Ibex, Flared-horned Markhor oder Schraubenziege (Capra falconeri), Unterarten: Astor- Schraubenziege( Capra falconeri falconeri), Suleiman- Schraubenziege ( capra falconeri jerdoni) straight - horned markhor oder Bezoarziege (Capra aegarus) Blandford’s Urial, Afghanisches Urial, Punjab Urial, Ladakh Urial und Marco Polo Schaf.

Alle bis auf Eines sind von Interesse für den Trophäenjäger. Versprengt in kleineren Gruppen, findet man diese Schalentiere in den Wüstenhügeln des südlichen Baluchistan und der Sindh Provinz, bis zu den Fußhügeln der nördlichen Gebirge. Der Bestand dieser Wildtiere war lange Zeit bedroht durch Wilderei, ineffektiven Schutz dank mangelndem Interesse und fehlenden finanziellen Anreizen. Die negativen Implikationen von unkontrollierter Jagd auf den Wildbestand realisierend, wurde im Jahre 1983, unterstützt von der Regierung der Nord West Frontier Provinz ( NWFP), ein Markhor Jagdprogramm ins Leben gerufen. Im Jahre 1986 startete die Society of Torghar Environmental Protection (STEP) (Stiftung von Torghar zum Schutz der Natur) die ersten kontrollierten Jagden auf den Afghan Urial und den Suleiman Markhor.

Im Jahre 1989 unternahm das Northern Areas Wildlife Forest Department (Behörde für Wildtiere und Wald der nördlichen Gebiete) mit Hilfe von Naturschutzagenturen, hauptsächlich des WWF, ein Konzept der Trophäenjagd auf Himalaya Ibex in einem Gebirgstal. Ein weiteres organisiertes, auf lokaler Ebene basierendes und sich selber tragendes Trophäenjagdprogramm, gegründet durch GEF/UNDP und unterstützt mit Hilfe des IUCN Pakistan, der Wild und Waldbehörde, AKRSP, WWF und lokalen Gemeinden, unternahm Jagden auf zwei Spezies, dem Astore Markhor und dem Himalaya Ibex in einigen abgeschiedenen Gebirgszügen.

Dieses Programm ist weiter gestärkt und unterstützt worden durch ein weitflächiges auf der lokalen Ebene basierendes und von der GEF/UNDP finanziertem Mountain Areas Conservation Project (MACP) in Northern Pakistan.( Gebirgsgebiete Schutzprojekt im nördlichen Pakistan). Das MACP beinhaltet Komponente die neben dem Naturschutz und Erhaltung des Wildbestandes in den entlegenen Gebirgsformationen, die einheimische Bevölkerung mit einbezieht und die im Eigeninteresse partizipiert und sogleich finanziell profitiert. Dieses Programm der jagdlichen Nutzung ist damit ein Teil des langfristigen Naturschutzes und der Wilderhaltung geworden und auch gleichzeitig ein Devisenbringer für die lokale Bevölkerung und dem Staat.

Mehrere von der lokalen Bevölkerung kontrollierte Jagdgebiete ( Community Controlled Hunting Areas) basierend auf dem MACP haben jedes Jahr eine größere Anzahl nationaler wie internationaler Jäger angelockt. Pakistan ist somit ein Pioneer in der Einführung der Community- based Trophy Hunting Programs (CTHP) (Auf lokaler Ebene basierendes Trophäenjagdprogramm.) und benutzt die Trophäenjagd als effektives Werkzeug zum Schutze des Wildreichtums. Pakistan ist eines der wenigen Länder wo 80% der Einnahmen der Trophäenjagd wieder an die lokalen Einwohner zurückfließen, die dann auch für die langzeitige Erhaltung des Wildreichtum sorge tragen.

Ziel der Hege u.a. Himalaja SteinbockEine sorgfältige Prüfung des Programms bei D.M. Shakelton, lies den damaligen Vorsitzenden des IUCN/SSC Caprinae Spezialist Group im Jahre 2001 erklären das: “Pakistan in der Position ist die Welt zu führen in der Umsetzung von kommunal kontrollierter Trophäenjagd und angewandtem langfristigem Naturschutz biologischer Vielfalt in Gebirgsregionen.“

Der wichtigste Aspekt ist das die Kommunen es sich zu eigen gemacht haben eine Spezies zur Jagd frei zugeben um mit dem Erlös mehre andere Spezies und die Natur auf der Wasserscheide schützen zu können. Die überzeugenden finanziellen Anreize für die Erhaltung der Natur zu zahlen und nur einen Teil des Erlöses in soziale Einrichtungen zu stecken, bewegten etliche weitere Gemeinden ähnliche Programme zur Erhaltung des Habitats ins Leben zu rufen. Zum Beispiel, zusätzlich zu dem enormen Zuwachs des Schalenwildes, erzielte die Trophäenjagd allein in den nördlichen Gebieten in der Saison 2002 - 2003 einen Erlös von US $ 78.000.- für die lokalen Gemeinden und dem Staat zu einem Verhältnis von 80% zu 20%.

Im der Saison 2003 - 2004 betrug der Erlös für die nördlichen Gebiete $ 82.000 der im selben Verhältnis aufgeteilt wurde. Zuzurechen sind hierzu die Gebühren für den Veranstalter, die Übernachtung und Nebenkosten des Jägers, die Trinkgelder die alle auch als Anreiz für die lokalen Bewohner wirken. Die Naturschutz-Stiftung regelte die Wasserscheidehöhen and unterstützt den freiwilligen Dienst der Wildhüter and ermutigte sie zu einem aufmerksamen Beobachtungs- und Schutz- Dienst in den Gebirgstälern.

Die einzelnen Naturschutz-Stiftungen wachsen ständig durch die Jagd-Einnahmen und Geschenken von Jägern. Zum Beispiel: Ein Gebirgstal hat den Wert ihrer Stiftung von US $ 600 auf US $ 18.000.- erhöhen können mit erhöhtem Interesse in Naturschutz – Aktivitäten und Beschützung des vorhandenen Wildbestandes.

Auf der positiven Seite ist weiter zu vermerken, das der Wildbestand sich erheblich erhöht hat, so dass die Trophäen- Auswahl jedem Jäger gerecht wird. Dies könnte auch eine Gelegenheit sein durch die Jagd, die sozialen Verbesserung einer entlegenen Gemeinde und deren Bemühungen zum Naturschutz in einem legalen, auf lokaler Ebene basierenden Jagdschutz- Programms, zu unterstützen. Der interessierte Jäger könnte beeindruckende Jagdtrophäen von Markhor, Ibex, Blauschaf und Urial in den von Abenteuer umwitterten Gebirgstälern und den Hindukush, Himalayas und den Karakorum Bergregionen erlegen und gleichzeitig die Kultur und Gastfreundlichkeit dieser entlegenen Kommunen kennen lernen. Die Gelegenheit den äußerst seltenen Schneeleoparden zu erspähen, weltberühmte Gletscher und über tausend Jahre alte immergrüne Juniper (Juniperus communis) Dickichte hinterlassen unvergessene Eindrücke. (Faiz Ali Khan Regional Project Manager)

Geldmaschine Wild

Assif Khan mit 52" Astor MarkhorEs sind schon zwei verschiedene Welten, die da in Pakistans Hochgebirgen aufeinander prallen: Zum einen der einheimische Wildhüter, der mit wenigen hundert Dollar im Jahr sich und seine Familie durchbringen muss und zum anderen der ausländische, meist europäische oder amerikanische Jagdgast, der einen Steinbock oder einen Markhor gar erlegen möchte and dafür an die 50.000 USD Dollar zu zahlen bereit ist. Und dann will der Fremde nicht etwa das Fleisch, dem zu liebe der jetzige Wildhüter früher in die Berge stieg und wahlhalsige Klettertouren und – wenn auch gewohnte – Strapazen in Kauf nahm.., der Gora – der Weiße- kommt erstaunlicherweise lediglich wegen des Gehörns. Und dieses ist für ihn um so wichtiger, je länger die Natur und die Jahre es haben wachsen lassen.Mag der gute Schuss wichtig sein, noch größere Bedeutung indes - zumindest mag das dem Wildhüter so scheinen- kommt dem Maßband zu, der der fremde Jäger – kaum am erlegten Bock – aus der Tasche zaubert. Das Ergebnis der Maßnahme ist erst der Gradmesser der Freude … und des Trinkgeldes auch. Von Rekorden ist dann die Rede, doch das verstehe wer will.Am besten, man freut sich mit, hat man als Wildhüter doch seit etlichen Jahren allen Grund dazu.Denn seit das so genannte community-system hier in den Bergen Pakistans eingeführt worden ist, kommt richtig Geld ins Land, bzw. in die Dörfer, fließen doch 80 Prozent der für die dortigen und die manchen Jägers Verhältnisse astronomisch hohen Abschußgebühren zurück in die Dorfkasse, und zwar zweckgebunden für soziale Einrichtungen wie Kanal- und Brückenbauten zum Beispiel. Das sind unerhörte Beträge, die ahnen lassen, wie reich das Ausland ist, deren Höhe und Auszahlung aber auch dazu beträgt, den Hege- bzw. Wildschutzgedanken in die Herzen und Hirne einzupflanzen. Waren Steinböcke, Markhore, Uriale früher lediglich Fleisch, so sind sie zwischenzeitlich zu purem Gold geworden, vergleichbar mit dem Aquamarin oder Rubin, die in den Bergen gefunden und für gutes Geld zu Markte getragen werden.

Mehr und mehr Dörfer machen da mit, so dass in nicht allzu ferner Zukunft das beinahe ausgerottete Bergwild wieder ebenso zahlreich werden könnte, wie es vor hundert Jahren mal war. Mit dem begrüßenswerten Nebeneffekt der erfreulichen Zunahme des Schneeleoparden, der jetzt schon registriert werden kann – zumindest deuten häufigere Sichtungen schon jetzt darauf hin. Das gleiche gilt für den Indischen Leoparden, der dank der anlaufenden Wildschutzprogramme in pakistanischen Teil Kaschmirs mehr der mit den Gamsen verwandten Gorale vorfindet. Bleibt zu hoffen, dass der sich anbahnende Frieden zwischen Indien und Pakistan und den daraus folgenden Rückzug der Armeen positiv auf die Populationen des Kaschmir-Hirsches und des Kaschmir Markhors (in Kaschmir selbst) auswirkt.

Dass ist in großem ganzen sehr erfreulich. Ja, endlich eine Frohbotschaft nach all den realistischen Horrormeldungen, die täglich an unser beinahe schon abgestumpftes Ohr dringen, und die ständig von soundsovielen ausgerotteten Tier und Pflanzenarten berichten. Pakistan hat einen guten Weg eingeschlagen, an denen sich andere Länder ein Beispiel nehmen können Das afrikanische Simbabwe ging bereits mit dem Projekt Campfire mit gutem Beispiel ( wenngleich dessen Bestehen zumindest stark gefährdet ist) voran. Weiter so. Pakistan! Zumal das benachbarte Afghanistan dieses Community – System offensichtlich nachzuahmen gedenkt, die aus ersten Gutachten über Wildlandbewirtschaftung von dort zu erfahren ist.

Marco Polo Trophäe von einst“Geldmaschine Wild“ der Titel hört sich unter dieses erfreulichen Gesichtspunkten gar nicht mehr Ehr abschneidend an, und das strahlt letztendlich auf den Trophäenjäger ab, den manche Zeitgenossen vom Jäger zum Sammler degradierten oder auch des Geldes wegen beneideten. Was der eine oder andere immer auch sein mag: Das Geld, das er für die Trophäenjagd in Pakistan ausgibt, kommt in gute Hände. Ausnahmen können nur die Regel bestätigen.. Gute, vor Ort tätige Berufsjäger können das garantieren, Da gibt es die wahre Geschichte von einem, der sich anbot, so lange als Geisel im Dorf zu bleiben, bis das Geld auch tatsächlich einträfe.Hatten doch die Dörfler anfangs keinen hohen Glauben an die Versprechungen der Behörden.

Der Glauben an die Menschheit hat indes dennoch ein pakistanischer Bergmensch verloren. Der tauchte jüngst mit sage und schreibe neun Markhor-Trophäen in den Bazaren von Gilgit, der Bezirksstadt hinter dem Nanga Parbat auf. Er bot sie an für je 25.000 Dollar, traf natürlich auf totales Unverständnis. Er erntete nur Hohn und Gelächter, und niemand kaufte ihm seine Ware ab ; statt dessen kam die Polizei, die dann staunend vernehmen musste, dass dieser Mann alle neun Markhore eben zu dem Zweck des Verkaufens geschossen hatte. War ihm doch zu Ohren gekommen, dass reiche Ausländer soviel zu zahlen bereit seien. Frustriert ist der Mann in die Berge zurückgezogen. Hoffentlich bereit, bei einem Community-System mitzumachen, als tüchtiger Jäger, der er offensichtlich ist. Der wäre nicht der erste, der vom Wilderer zum Berufsjäger mutiert ist, wie wir es mindesten seit Ganghofer wissen.

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Rudolf Humme · Internationale Jagdführung · Holzplatz 17 · D 46325 Borken
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