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Markhor (Capra falconeri)

Unerreichbar noch vor einem Jahrzehnt, schien die Jagd auf den Markhor (Schraubenziege) für den internationalen Trophäenjäger ein unerfüllbarer Traum zu sein. Lediglich Staatsgäste mit besonderen Verdiensten wurde gelegentlich die Gnade einer Jagdeinladung durch den Staatspräsidenten zuteil. Jetzt ist nur noch ein guter Verdienst notwendig und ein Quäntchen Glück bei der Vergabe von Jagdlizenzen, denn dank der sehr erfolgreichen Hege unter Federführung des Ministerium Wildlife & Forrest und des IUCN Pakistan sowie der beteiligten Dorfgemeinschaften haben sich die Markhore in allen drei in Pakistans Gebirgen vorkommenden Unterarten so vermehrt, dass jetzt nach anfänglich nur sechs – jetzt zwölf starke Markhore – je vier per Unterart – zur Jagd freigegeben werden können: Der Kaschmir-Markhor, der Suleiman-Markhor und der Astor-Markhor. Sämtlich nach den strengen Auflagen der CITES Abkommen, womit der legale Import in die Heimatländer der Jäger – bis auf die USA – absolut gewährleistet ist. Die Jagd hat allerdings seinen, wie oben angedeuteten Preis.

 

Der Kaschmir-Markhor (Capra falconeri cashmiriensis)
kommt im namensgebenden Kaschmir (zumindest des Pakistanischen Landesteils) nur noch in wenigen, wenngleich hoffnungsvoll streng behüteten Exemplaren vor. Seine Hauptvorkommen sind heutzutage in Chitral im Hindukusch sowie in Kohistan am Karakorum-Highway. Letzteres Vorkommen berührt die Einstände des Astor-Markhors, so dass sorgfältig angesprochen werden muss. Das Jagen in Chitral gestaltet sich verhältnismäßig einfach. Der Markhor steht sehr niedrig und zivilisationsnah, so dass es keinerlei großer Expeditionen bedarf. Dennoch ist die Jagd aufwendig und setzt hohes Markhor-Verständnis voraus. Die Schraubenziegen stehen in steilstem Gelände.So ist wochenlanges Beobachten aller Wanderbewegungen, Äsungs- und Einstandsbedingungen notwendig, um den Jagdgast zum Erfolg zu bringen. Ideal dafür ist die Brunftzeit, die den alten reifen Bock aus schwindelnden Höhen zu den Äsungsplätzen des Fahlwildes und damit in erreichbare Nähe zum Jäger zwingt. Die Zeit vom 2o.Dezember bis zum 10. Januar bildet den Höhepunkt der Brunft. – Wegen der guten Vorarbeit der Profis sind nur sieben Jagdtage vonnöten. Die Anreise erfolgt über Islamabad / Peschawar per Flugzeug nach Chitral.Dort Unterkunft in besten Hotels, von wo zu täglichen Reviergängen per Geländewagen gestartet wird. Weiter entfernt liegende Jagdgebiete machen einen Aufstieg in Markhor-Höhen, wo Übernachtungen in Schäferhütten angemessen erscheinen. Die Profis sorgen auch hier für bestmöglichen Komfort. Für die Markhor-Jäger steht letzteres zwar nicht im Vordergrund. Aber warum soll man bei guter Jagd schlecht schlafen oder essen..?

In Kohistan gestaltet sich die Jagd schwieriger, wenngleich sich die Mühe lohnt, da hier gleichfalls starke Trophäenträger herangewachsen sind.Die Berge sind steil und of weg- und steglos. Aber auch hier haben die Profis gut vorgearbeitet und das Wild mit seinen Wanderbewegungen beobachtet.Die Ausnützung der Brunftzeit ist hier in Kohistan besonders zu empfehlen, während man in den meisten Jagdgebieten Chitrals in der gesamten Jagdzeit vom 1. November bis zum 31.März zum gewünschten Erfolg kommen kann. Und das heißt: ein Markhor mit deutlich über 45 Zoll Gehörnlänge…

 

Der Astor-Markhor (Capra falconeri falconeri),
verdankt seinen für europäische Ohren edel Klingende Namen simpel dem kleinen Bergdörfchen Astor, im Astor-Tal im Nanga Parbat- Massiv gelegen. Diese Unterart zeichnet sich durch ein weit gewundenes, mächtiges Gehörn aus. Er hat ein riesiges Verbreitungsgebiet, das von Skardu in Baltistan über die Gilgit-Berge bis nach Iskanderabad am berühmten Hunza-Bergriesen Rakaposhi reicht. Verlangt die Jagd auf den Kaschmir- Markhor schon den erfahrenen Bergjäger sowie den umsichtigen Profi, so ist das hier am Karakorum ganz besonders notwendig. Hier wird jede Jagd zur Expedition in die gewaltige Bergwelt von Himalaja und Karakorum.Ich behaupte, dass die Jagd auf den Astor-Markhor zurzeit die größte jagdliche Herausforderung an den Trophäenjäger stellt. Erwartete Trophäenstärke bis 45 inch.

Die Berge sind steil, wenngleich tritt- und griffest.Weit entfernt, hoch über jeglichen menschlichen Ansiedlungen, sind Zelte oder Hirtenunterkünfte primitiver Art, wie wir sie auf den Almen vorfinden, unsere Bleibe für mindestens acht Tage.Der Jäger muss schwindelfrei sein und ein wenig klettern können. Alpines Können wird nicht verlangt. Zudem stehen dem Jäger bergerfahrene Begleiter und Träger (neben dem Profi und den Wildhütern) zur Seite. Jagdgebiete um 2500m bis 3000m Höhe.

Die Anreise erfolgt über Islamabad nach Gilgit oder Skardu. Per Jeep wird dann zum Einstiegstal gefahren, wo das Team bereits auf den Jäger wartet. Hier, wie auch in Chitral sind alle Flüge vom Wetter abhängig. Bei bewölktem Himmel kann nicht gestartet werden. Der Jäger muss daher ggf. eine nervende, wenngleich interessante An- oder Rückreise über den Karakorum-Highway in Kauf nehmen.

 

Suleiman-Markhor (Capra falconeri jerdoni)
Diese etwas zierlichere Schraubenziege steht nicht im Hochgebirge, sondern in den Suleiman-Ranges, zwischen Punjab und Belutschistan gelegen. Dort finden sich zwei bestens betreute Jagdgebiete, die einen trainierten Jäger keine besonderen bergsteigerischen Fertigkeiten abverlangen. Aber auch hier sind – wie immer in Markhor-Einständen die Berge steil. Schwindelfreiheit also wünschenswert. Es bestehen verschiedene Anreisemöglichkeiten per Lokal-Flügen oder mit dem PKW. Unterkünfte in Privathäusern, bei besonders gastfreundlichen Bedingungen. Wenngleich die offizielle Jagdzeit von ende November bis Ende März geht, empfiehlt sich auch auf den Suleiman-Markhor die Chance der Brunftzeit: 20. Dezember bis 10. Januar. Auch zu dieser Jahreszeit kann es tags über wegen der tieferen und südlicheren Lage sehr warm werden. Dennoch warme Kleidung- wie bei den anderen Jagden mitbringen.Der Suleiman-Markhor erreicht für gewöhnlich nicht die Hornlängen der oben genannten Unterarten. 38 Zoll sind schon beachtlich. Die fehlenden Zentimeter werden durch Eleganz der Gehörnform, die wie gedrechselt erscheint leicht wett gemacht.
 

© The Mammals of Pakistan / T.J.Roberts, Ernest Benn back

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